Das Jane‘s Walk Vienna Festival steht vor der Tür!
Jane’s Walk Vienna ist seit 2014 ein jährlicher Treffpunkt für alle, die ihre Stadt zu Fuß erkunden und gemeinsam über sie nachdenken wollen. Das Festival bringt Bürger:innen, Stadtforscher:innen, Aktivist:innen und Nachbar:innen zusammen – nicht für klassische Stadtführungen, sondern für gleichberechtigte Gespräche im Gehen, die von Bürger:innen geleitet werden. Alle Walks sind kostenlos, ohne Anmeldung und für alle offen.
Das Festival ist Teil eines weltweiten Netzwerks, das jedes Jahr am ersten Maiwochenende in mehr als 250 Städten mit über 1.000 Walks stattfindet.
Frauen machen Stadt
Das Festivalmotto 2026 rückt jene Frauen ins Zentrum, die Wien geprägt haben und heute prägen: von Pionierinnen der ersten Frauenbewegung über Künstlerinnen bis zu zeitgenössischen Stadtplanerinnen und Aktivistinnen. Die Frage, wer die Stadt plant, gestaltet und bewohnt – und wessen Perspektiven dabei sichtbar werden –, zieht sich als roter Faden durch das gesamte Programm.
„Wir haben 2026 bewusst das Motto „Frauen machen Stadt“ ins Zentrum gerückt, um die Arbeit von Urbanistinnen wie Jane Jacobs, Planerinnen und lokalen Initiativen sichtbar zu machen, die Wien prägen und zu einer lebenswerten und sorgetragenden Stadt machen. Dabei bilden Ansätze der alltagsgerechten und fußgängerfreundlichen Planung ebenso einen Ausgangspunkt wie der Austausch über die vielschichten Aspekte der Stadt, die uns bewegen“, so Cornelia Dlabaja, die seit heuer gemeinsam mit Andreas Lindinger Organisatorin von Janes Walk Vienna ist.
„Zu-Fuß-Gehen ist gesund, klimafreundlich und darüber hinaus kostet es nichts. Das Jane’s Walk Festival öffnet den Blick für die vielen Dimensionen des Zu-Fuß-Gehens, das so viel mehr ist als nur ein Fortbewegungsmittel. Es ist die Essenz einer lebendigen Stadt.“, so Petra Jens, Fußgängerbeauftragte der Stadt Wien.
Auftaktveranstaltung: Jane’s Talk am Tag des Zu-Fuß-Gehens
Als Auftakt zum Festival findet am 27. April eine gemeinsame Veranstaltung von Jane’s Walk Vienna und Geht-doch in Kooperation mit der Mobilitätsagentur Wien im Gartenbaukino statt. Der Abend beginnt mit einer Intervention am Ring – einem symbolisch entrollten Pop-up-Zebrastreifen –, gefolgt von einem Jane’s Talk zur Frage, wie die Verkehrswende am Ring gelingen kann. Am Podium diskutieren Petra Jens (Fußgängerbeauftragte der Stadt Wien), Julia Girardi-Hoog (Gender Planning, Stadtbaudirektion Wien), Harald Frey (TU Wien / walk-space), Matthias Nagler (ÖAMTC) und Cornelia Dlabaja (FHWien der WKW / Jane’s Walk Vienna), moderiert von AndreasLindinger. Den Abschluss bildet das Screening des Dokumentarfilms „Wie gelingt die Verkehrswende – Metropolen in Bewegung“.
Das Festival: Walks vom 1.–3. Mai 2026
Das diesjährige Programm führt quer durch Wien – von gründerzeitlichen Grätzln bis zu entstehenden Stadtteilen, von Parkgeschichte bis zu städtischen Raumkämpfen. Die Themenbreite reicht von Mobilität und öffentlichem Raum über Kunst und Protest bis zu Nachbarschaft und Stadtentwicklung – mit einem ersten Walk von Lydia Springer am 28. April in der Seestadt, ehe das eigentliche Festival-Wochenende am Programm steht:
Hanna Schwarz flaniert am 1. Mai entlang der Alten Donau durch Kaisermühlen – vom Goethehof über neue Radinfrastruktur bis zum pulsierenden Schüttauplatz. Eva Berger erkundet am selben Tag die Geschichte des Wiener Stadtparks, der 1862 als erste große öffentliche Parkanlage der Stadt eröffnet wurde. Andy Nash folgt dem verborgenen Wienfluss von der Stadtpark-Station bis zum Naschmarkt und diskutiert dabei Geschichte, Stadtplanung und aktuelle Kontroversen. Eugene Quinn zeigt am Abend sein Grätzl rund um den Donaukanal und erzählt von Entwicklung und Bedeutung dieses Teils der Leopoldstadt.
Am 2. Mai begibt sich Cornelia Dlabaja auf einen Streifzug durch das Museumsquartier, das Amerlinghaus und entlang der Burggasse zu umkämpften Orten, die Wien kulturell und politisch geprägt haben. Nina Aichberger lädt am Abend zum interaktiven Spaziergang rund um den Yppenplatz, wo Graffiti zwischen Sachbeschädigung, Kunst und politischem Handeln diskutiert werden.
Am 3. Mai erkundet Andreas Lindinger das sich wandelnde Nordbahnviertel – mit Fokus auf die Bruno-Marek-Allee und die Freie Mitte als naturnahen Grünraum. Gabriele Goffriller führt durch das biedermeierliche Margareten auf den Spuren von Joseph Kyselak, dem ersten „Graffiti-Tagger“ der Welt. Das Kollektiv Raumstation begibt sich schließlich auf das ungewisse Terrain des ehemaligen WU-Areals am Althangrund und fragt, was dort künftig entstehen soll.
Über Jane‘s Walk und Jane Jacobs
Jane Jacobs (1916–2006) war Urbanistin und Aktivistin, deren Werk einen revolutionären, menschen- und gemeinschaftsorientierten Ansatz in der Stadtentwicklung prägte. Jane Jacobs stellte die Menschen in den Mittelpunkt: Als beste Expert:innen ihrer eigenen Nachbarschaft sollten Bürger:innen aktiv an der Gestaltung ihrer Stadt mitwirken. In Erinnerung an sie starteten Freunde im Jahr 2007 Jane’s Walk mit einer Handvoll Walks in Toronto – heute zählt die Initiative mehr als 1.000 Walks in über 250 Städten weltweit.
Seit 2014 ist Jane’s Walk auch in Wien verankert. Jane’s Walk Vienna wird organisiert von Andreas Lindinger (City Organizer, der die Initiative 2014 nach Wien gebracht hat), Cornelia Dlabaja (City Organizerin, Stadtforscherin, Stiftungsprofessorin für nachhaltige Stadt- und Tourismusforschung an der FHWien der WKW und Walk Leaderin) sowie Lisa Kebritsch (Kommunikation und Social Media).

Jane’s Walk Vienna wird von Wien zu Fuß der Mobilitätsagentur Wien unterstützt.


